Konica Hexanon AR 57mm f1.2

Deutsche Textversion / 

English Translation (sorry for errors, no native english speaker)

 

 

Für die Konica Autoreflex (AR)- Reihe gab es über den langen Produktionszeitraum von 1965 bis 1987 nicht weniger als 7 verschiedene Normalobjektive.

 

Das lichtstärkste unter ihnen war das Konica Hexanon AR 57mm f1.2, das ich euch hier gerne vorstellen möchte.

 

Produziert von 1967 bis 1987, gab es von diesem Objektiv zwei sich nur durch die Vergütung und die äußere Erscheinungsform unterscheidende Versionen:

 

- die frühere Version mit metallenem Fokusring und amberfarbener Vergütung (dies ist meine Version, die hier im Test verwendet wird)

 

- die spätere Version mit waffelartiger Gummierung am Fokusring und violetter Vergütung.

 

Beide Versionen haben die gleiche optische Rechnung mit radioaktiven (thoriumhaltigen) Linsen und leiden gerne unter Vergilbung, auch mein Exemplar zeigt diese.

Interessant ist hierbei, dass das Konica Hexanon 57mm f1.2 eines der wenigen Objektive mit mehr als einem radioaktiven Glaselement ist. Sowohl die Frontlinse als auch eines der beiden hinteren Elemente wurden von meinem Fotokollegen Dr. Kolio Raltchev als radioaktiv vermessen.

Dies erfordert in der Nachbearbeitung der raw-Bilder  ein wachsames Auge für den Weißabgleich, stellt aber grundsätzlich kein Problem dar.

 

 

Einige technische Daten:

 

Blende: von f1.2 bis f16, 2 Zwischenstufen zwischen f1.2 und f2, dann in halben Stufen rastend, 6 Blendenlamellen

Optisches System: 7 Linsen in 6 Gruppen

Naheinstellgrenze: 45cm

Filtergewinde: 62mm

Länge: 50mm

Gewicht: 360g

 

Und so sieht das schöne Objektiv aus:

 

 

For the Konica Autoreflex (AR) series there were no fewer than 7 different standard lenses over the long production period from 1965 to 1987.

 

The fastest among them was the Konica Hexanon AR 57mm f1.2, which I would like to introduce to you here.

 

Produced from 1967 to 1987, there were two versions of this lens that differed only in their coating and appearance:

 

- the earlier version with metal focus ring and amber coating (this is my version used in the test here)

 

- the later version with waffle-like rubber coating on the focus ring and purple coating.

 

Both versions have the same optical calculation with radioactive (thorium-containing) lenses and tend to suffer from yellowing, my copy also shows this.

What is interesting here is that the Konica Hexanon 57mm f1.2 is one of the few lenses with more than one radioactive glass element. Both the front lens and one of the two rear elements were  measured by my photo colleague Dr. Kolio Raltchev as radioactive.

This requires a watchful eye for the white balance in the post-processing of the raw images, but is not a problem in principle.

 

 

Some technical data:

 

Aperture: from f1.2 to f16, 2 Clicks between f1.2 and f2, then in half stops, 6 aperture blades

Optical system: 7 lenses in 6 groups

Naheinstellgrenze: 45cm

Filtergewinde: 62mm

Length: 50mm

Weight: 360g

 

And this is what the beautiful lens looks like:

 

 

Hier mal ein Bild, bei dem man die Gelbfärbung der Linsenelemente gut sehen, und sich auch den Einfluss auf des gemachte Bild vorstellen kann (meist macht hier aber der automatische Weißabgleich der heutigen Kameras einen guten Job beim Ausgleich.) :

 

Here is a picture where you can clearly see the yellowing of the lens elements and also imagine the influence on the picture taken (most of the time, however, the automatic white balance of today's cameras does a good job of compensation.) :

 

 

Hier ein Bild des Objektives mit der dazugehörigen Original-Metallgegenlichtblende:

 

Here is a picture of the lens with the original metal lens hood that goes with it:

 

 

Ich benutze das Objektiv adaptiert an die Sony Alpha 7III und 7RIII.

Für die Bilder dieses Tests war das Objektiv immer mit der Sony Alpha 7RIII unterwegs,

hier habe ich jedoch die Sony Alpha 7III gemeinsam mit dem Objektiv "in den Showroom gestellt":

 

I use the lens adapted to the Sony Alpha 7III and 7RIII.

For the images in this test, the lens was always on the go with the Sony Alpha 7RIII,

here, however, I "put the Sony Alpha 7III in the showroom" together with the lens:

 

 

Adaptieren kann man das Objektiv auf verschiedenen Wegen.

 

Der einfachste Weg ist ein Adapter Konica AR auf Sony E-Mount.

 

Eine weitere Möglichkeit ist der oben in den Bildern gezeigte Weg: 

Adapter Konica AR auf Leica-M, dann einen Leica-M-Helicoid-Adapter auf Sony E-Mount.

Diese Variante bietet den Vorteil einer erweiterten Nahbereichsfokussierung.

 

Alle "meine" Bilder dieses Tests sind mit der Sony Alpha 7RIII im raw-Format entstanden und dann in Lightroom angepasst worden.

 

Ich freue mich sehr, dass mir eine gute Foto-Freundin, Ute Kopka, auch für diesen Test viele ihrer tollen Aufnahmen zur Verfügung gestellt hat. Sie ergänzen meine Bilder perfekt und erweitern den Test auf verschiedene Bildformate, sind sie doch mit der Fuji XT-4 (APS-C-Format) und analog auf Film entstanden. 

 

Die jeweiligen Bildunterschriften zeigen euch genau, auf welchem "Medium" die Bilder entstanden sind.

 

 

You can adapt the lens in different ways.

 

The easiest way is a Konica AR to Sony E-mount adapter.

 

Another way is the way shown in the pictures above: 

Adapter Konica AR to Leica-M, then a Leica-M helicoid adapter to Sony E-mount.

This variant offers the advantage of extended close-range focusing.

 

All "my" pictures of this test were created with the Sony Alpha 7RIII in raw format and then adjusted in Lightroom.

 

I am very happy that a good photo friend, Ute Kopka, made many of her great photos available to me for this test. They complement my images perfectly and expand the test to include different image formats, since they were created with the Fuji XT-4 (APS-C format) and on analog film. 

 

The respective captions show you exactly on which "medium" the pictures were created.

 

Das Konica 57mm f1.2 hat seine Blendenkupplung für die Offenblende (an den Analogkameras) direkt auf der Rücklinse aufgesetzt, zwischen Anschluss und Glas. Diese beeinflusst nun leider bei Offenblende die Form der Highlight-Scheibchen, was sehr schade ist.

Dieser Aufsatz für die Blendenkupplung lässt sich jedoch einfach entfernen, indem man die drei winzigen Schrauben an der Seite des Anschlusses abschraubt und den Aufsatz abzieht.

Möchte man nun Reflektionen zwischen dem nun freiliegenden inneren Teil des Anschlusses und dem Glas vermeiden, empfiehlt es sich, den Anschluss abzuschreuaben und diesen von innen schwarz zu lackieren.

Das nun modifizierte Objektiv hat keine beschnittenen Bokeh-Kreise mehr und ist digital sowie an einigen analogen Konica-Kameras (u.a. Autoreflex T, TC-X) ohne Einschränkungen zu verwenden. 

Es gibt jedoch auch analoge Kameras, für die das nicht gilt. Da der "Eingriff" komplett reversibel ist, stellt das kein Problem da für den Originalzustand des Objektives dar, aber man hat einen enormen optischen Gewinn durch diese wenigen Handgriffe. Mein Objektiv ist auf diese Weise modifiziert und die Testfotos sind in diesem Zustand angefertigt worden.

 

 

The Konica 57mm f1.2 has its aperture coupling (on the analog cameras) mounted directly on the rear lens, between the mount and the glass. Unfortunately, this now influences the shape of the highlight slices when the aperture is open, which is a pity.

However, this aperture coupler attachment is easily removed by unscrewing the three tiny screws on the side of the connector and pulling the attachment off.

If you want to avoid reflections between the now exposed inner part of the connection and the glass, it is advisable to scrub off the connection and paint it black on the inside.

The now modified lens no longer has any cropped bokeh circles and can be used digitally as well as on some analogue Konica cameras (including Autoreflex T, TC-X) without restrictions. 

However, there are also analogue cameras for which this does not apply. Since the "operation" is completely reversible, this is not a problem for the original condition of the lens, but you have an enormous optical gain with these few manipulations. My lens is modified in this way and the test photos were taken in this condition.

 

Bildschärfe / Sharpness

Ich habe eine Bildreihe zur Bewertung der Schärfe für euch angefertigt, bei der sowohl das Bildzentrum als auch die Bildecke in einer Schärfeebene liegen.

Fokuspunkt war die Markise des Hauses links der nach oben führenden Straße, das Haus in der rechten oberen Bildecke liegt auf der gleichen Höhe.

 

Die Blendenreihe zeigt die Werte f1.2  - f2 - f2.8 - f4 - f5.6 - f8 - f11

 

I shot a series of images for you to evaluate the sharpness, in which both the center of the image and the corner of the image are in one plane of focus.

The focal point was the awning of the house to the left of the road leading up, the house in the upper right corner of the picture is at the same height.

 

The aperture row shows the values f1.2 - f2 - f2.8 - f4 - f5.6 - f8 - f11

 

 

Die vom Objektiv verursachte Vignettierung ist bei Offenblende sehr stark.

Bei f2, f2.8 und f4  ist sie jeweils schon deutlich gemildert,

aber erst bei f5.6 unkritisch.

 

Als nächstes folgen 100%-Vergrößerungen aus der Bildmitte vom Fokuspunkt,

in der gleichen Reihenfolge wie oben:

 

 

The vignetting caused by the lens is very strong when the aperture is wide open.

At f2, f2.8 and f4 it is already significantly softened,

but only uncritical at f5.6.

 

Next come 100% enlargements from the center of the image from the focus point,

in the same order as above:

 

 

Bei f1.2 ist die Auflösung nur ordentlich, und zusätzlich noch extrem von der sphärischen Aberration überlagert - man sieht einen deutlichen Schleier oder auch Glow. Die Kontraste sind noch nicht voll da.

 

Bei f2 steigert sich die Schärfe schon auf sehr gutes Niveau und der Glow verschwindet.

Die Kontraste sind schon verbessert, aber noch nicht auf maximalem Wert.

Interessant ist, dass die longitudinalen chromatischen Aberrationen bei f2 und f2.8 sichtbar sind (Markise und Schornsteindach), während sie bei Offenblende von der sphärischen Aberration überlagert und entschärft werden. Ab f4 sind sie dann auch wieder verschwunden.

 

Ab f2.8 ist die Auflösung in der Mitte exzellent, und auch die Kontraste sind voll da.

 

Auf diesem tollen Niveau verbleibt das Objektiv bis f8.

 

Auch von der äußersten Ecke rechts oben im Bild habe ich Vergrößerungen für euch,

in der gleichen Reihenfolge wie zuvor: 

 

 

At f1.2, the resolution is only decent, and it is also extremely overlaid by spherical aberration - you can see a clear haze or glow. The contrasts aren't quite there yet.

 

At f2, the sharpness increases to a very good level and the glow disappears.

The contrasts are already improved, but not yet at their maximum value.

It is interesting that the longitudinal chromatic aberrations are visible at f2 and f2.8 (awning and chimney roof), while at full aperture they are overlaid and mitigated by the spherical aberration. From f4 they disappear again.

 

From f2.8 the resolution in the center is excellent and the contrasts are also there.

 

The lens remains at this great level up to f8.

 

I also have enlargements for you from the top right corner of the picture,

in the same order as before: 

 

 

 

Bei f1.2 ist die Bildecke noch unscharf. Astigmatismus und sphärische Aberration sind noch bestimmend. An den Ziegeln kann man auch gut erkennen, dass die Auflösung noch nicht da ist, auch leichte Farbfehler sind zu sehen. Die Vignette dunkelt die Bildecke sehr deutlich ab. 

 

Bei f2 gibt es einen deutlichen Sprung "nach vorne" auf "es ist was zu erkennen"- Niveau.

Die Auflösung ist sichtbar verbessert und der Glow der sphärischen Aberration ist gemindert.

Man sieht nun deutlicher die Farbfehler in Form von leichten lateralen chromatischen Aberrationen.       

Die Vignette verbessert sich etwas, ist aber noch sichtbar.

 

Bei f2.8 gibt es einen kleineren Sprung, wieder etwas mehr Schärfe und der Glow ist fast verschwunden.

Die Farbfehler bleiben auf dem gleichen Niveau wie bei f2, von der Vignette ist fast nichts übrig.

 

Bei f4 wird die Schärfe besser und die Vignette ist fast komplett weg.

Insgesamt ist ein gutes Niveau , mit leichten Farbfehler-Resten.

 

Bei f5.6 und f8 ist sehr gutes Niveau erreicht.

 

Bei f11 gibt es nochmal einen Sprung, und die Schärfeleistung ist bis in die äußerste Ecke hervorragend. Die Schärfeleistung lässt nichts mehr zu wünschen übrig, die Kontraste sind voll da und die Farbfehler verschwunden.

 

Die Schärfecharakteristik des Konica Hexanon AR 57mm f1.2 entspricht der aller ultra-lichtstarken Objektive auf einem sehr hohen Niveau.

In der Bildmitte bei f1.2 nutzbar mit starkem Randabfall und deutlichem Glow.

Bei f2.8 wird in der Bildmitte bereits ein hervorragendes Niveau erreicht mit ordentlichen Bildecken.

Ab f5.6 ist das Objektiv absolut scharf bis in die Ecken, bei f11 hervorragend.

 

 

At f1.2 the corner of the image is still blurred. Astigmatism and spherical aberration are still dominant. You can also see from the bricks that the resolution is not there yet, and slight color errors can also be seen. The vignette darkens the corner of the image very clearly. 

 

At f2 there is a definite jump "forward" to "there is something to see" level.

Resolution is visibly improved and spherical aberration glow is reduced.

You can now see the color errors more clearly in the form of slight lateral chromatic aberrations.       

The vignette improves a bit but is still visible.

 

At f2.8 there is a smaller jump, a bit more sharpness again and the glow is almost gone.

The chromatic aberrations remain at the same level as with f2, and there is almost nothing left of the vignette.

 

At f4 the sharpness improves and the vignette is almost completely gone.

Overall a good level, with slight residual color errors.

 

A very good level is reached at f5.6 and f8.

 

There is another jump at f11 and the sharpness performance is excellent up to the extreme corner. The sharpness leaves nothing to be desired, the contrasts are there and the color errors have disappeared.

 

The sharpness characteristics of the Konica Hexanon AR 57mm f1.2 correspond to those of all ultra-fast lenses at a very high level.

Usable in the center of the image at f1.2 with strong edge drop and clear glow.

At f2.8, an excellent level is already achieved in the center of the image with decent image corners.

From f5.6 the lens is absolutely sharp right into the corners, at f11 it is excellent.

Portraits

Früher zu analogen Zeiten kaufte man ein solch lichtstarkes Objektiv,

um in Extremsituationen überhaupt noch ein Bild machen zu können.

Dies hat sich mit unseren heutigen Hochleistungssensoren, für die ISO/ASA 3200 und höher kein Problem mehr darstellen, erledigt.

Heute entscheidet man sich für einen solchen "Lichtriesen", weil er eine nur haarfeine Schärfeebene  bietet, die einen besonderen Bildlook  kreieren hilft.

 

Besonders gerne benutze ich deshalb das Konica Hexanon 57mm f1.2 für Portraits.

 

Bereits auf Halbkörperdistanz ist es ab Offenblende scharf genug,

und sein markantes Rendering macht es unverkennbar mit einer eigenen "Signatur".

 

Bei Portraits im Gegenlicht ist es sehr empfindlich, das muss man wissen und die Flares in die Komposition einbeziehen - aber auch dann erhält man "besondere" Fotos.

 

 

In the analogue days you used to buy such a fast lens

to be able to take a picture at all in extreme situations.

This is no longer the case with today's high-performance sensors, for which ISO/ASA 3200 and higher are no longer a problem.

Today people opt for such a "light giant" because it only offers a hair-thin level of sharpness, which helps to create a special picture look.

 

That's why I particularly like using the Konica Hexanon 57mm f1.2 for portraits.

 

Even at a half-body distance, it is sharp enough from an open aperture,

and its striking rendering makes it unmistakable with a "signature" of its own.

 

It is very sensitive with portraits in backlight, you have to know that and include the flares in the composition - but even then you get "special" photos.

 

 

 

In meinen Augen ist das Konica 57mm f1.2 ein sehr schönes Objektiv für Personenaufnahmen - das Rendering hat das gewisse "etwas".

Es ist bereits bei Offenblende scharf genug, ab f2 ist es sehr scharf.

 

Leider hat man auch bei geringer Abblendung auf z.B. f2 direkt "Stopschilder" bei Hintergrundhighlights aufgrund der Blendenform, weshalb ich es meistens bei Offenblende benutze.

 

 

In my opinion, the Konica 57mm f1.2 is a very nice lens for people - the rendering has that "something".

It is already sharp enough with an open aperture, from f2 it is very sharp.

 

Unfortunately, even with low stopping down to f2, for example, you have direct "stop signs" for background highlights due to the shape of the aperture, which is why I mostly use it with the aperture wide open.

 

 

Ute Kopka hat mir unter anderem einige sehr schöne Portraits von Hunde-Senior Olli zur Verfügung gestellt. Als Kamera hat sie hier die Fuji XT-4 verwendet, also eine Kamera mit APS-C-Sensor. Somit ergibt sich ein Bildwinkel, der 85mm an Kleinbild entspricht.

Diese sind bei f2.8 aufgenommen und zeigen, welch schönen Schmelz das Konica 57mm f1.2 auch leicht abgeblendet hat.

 

Among other things, Ute Kopka provided me with some very nice portraits of dog senior Olli. She used the Fuji XT-4 as the camera here, i.e. a camera with an APS-C sensor. This results in an angle of view that corresponds to 85mm on a 35mm camera.

These are taken at f2.8 and show what a beautiful enamel the Konica 57mm f1.2 also stopped down slightly.

 

 

Sehr interessant sind die folgenden Bilder von Ute Kopka: sie zeigen analoge Portraits auf Schwarz-Weiß-Film und ihre digitalen "Gegenparts" im direkten Vergleich.

Ihr seht also links die Bilder auf Agfa APX 100-Schwarz-Weiß-Film, und rechts die digitalen Bilder aufgenommen mit der Fuji XT-4 von der gleichen Szene:

 

The following pictures by Ute Kopka are very interesting: they show analog portraits on black-and-white film and their digital "counterparts" in direct comparison.

So you can see the images on Agfa APX 100 black and white film on the left and the digital images taken with the Fuji XT-4 of the same scene on the right:

 

 

Ich finde es total schön, wie sich der leichte Glow mit dem Filmkorn verbindet zu einem richtig tollen Schmelz bei den Bildern auf Schwarz-Weiß-Film. Ein Flair, das die digitalen Aufnahmen nur teilweise produzieren können.

 

I think it's really nice how the slight glow combines with the film grain to create a really great cream in the pictures on black and white film. A flair that the digital recordings can only partially produce.

 

Bildserie: Saarbrücken an einem Wintertag /        Picture series: Saarbrücken on a winter's day

Meine ersten Erfahrungen mit dem Konica Hexanon 57mm f1.2 konnte ich an einem trüben, nassen Februartag sammeln. Ein erstes "Antesten" bei einem Bummel durch Saarbrücken zog mich direkt in den Bann des Objektives. Ein wirklich markantes Offenblendrendering - viel Schmelz, aber auch sichtbare Reststrukturen - machten mir direkt viel Spaß und luden mich zum experimentieren ein.

 

My first experience with the Konica Hexanon 57mm f1.2 was on a cloudy, wet February day. A first "test" while strolling through Saarbrücken drew me directly under the spell of the lens. A really striking open blend rendering - a lot of melting, but also visible residual structures - was a lot of fun for me and invited me to experiment.

 

 

 

 

Neben dem (in meinen Augen!) sehr schönen Rendering fallen leider negativ die deutlichen Farbfehler an Kontrastkanten sowie das grüne Bokeh-Fringing bei Offenblende ins Auge, aber dazu später im zugehörigen Kapitel mehr.

 

In addition to the (in my eyes!) very nice rendering, the clear color errors on contrasting edges and the green bokeh fringing with an open aperture unfortunately catch the eye, but more on that later in the corresponding chapter.

 

Rendering / Bokeh

Wenn es um das Hintergrundrendering geht, gibt es immer viele gegensätzliche Meinungen. 

Denn ob einem die Darstellung eines Objektives gefällt, ist halt einfach Geschmackssache.

 

Der Eine möchte alles butterweich aufgelöst haben, der Andere mag es busy mit viel Outlining und Strukturen und/oder Swirl (und natürlich gibt es ganz viel zwischen diesen Extremen in der Mitte)...

 

 Das Konica Hexanon 57mm f1.2 ist eindeutig ein Vertreter der Mitte. Die Hintergründe werden meist schön weich und flächig aufgelöst, störende Strukturen gibt es nur bei großen Lichtkontrasten und auffälligen Highlights. 

Die folgende Reihe zeigt die Entwicklung der Hintergrundunschärfe beim Abblenden.
Der Fokus lag auf der Schraube rechts im Bild, Distanz zu dieser war ungefähr ein Meter.

Die Blendenwerte sind f1.2 - f2 - f2.8 - f4 - f5.6:

 



When it comes to background rendering, there are always many opposing opinions.
Because whether you like the presentation of a lens is simply a matter of taste.

Some people want everything to be as smooth as butter, others like it busy with a lot of outlining and structures and/or swirls (and of course there is a lot between these extremes in the middle)...

 The Konica Hexanon 57mm f1.2 is definitely in the middle. The backgrounds are mostly beautifully soft and resolved, disturbing structures only appear with large light contrasts and conspicuous highlights.
The following series shows the evolution of background blur as we stop down.


The focus was on the screw on the right in the picture, the distance to this was about one meter.

The aperture values are f1.2 - f2 - f2.8 - f4 - f5.6:

 

 

Über alle Blendenstufen bleibt die Hintergrundunschärfe weich und "cremig",

erst bei f4 und f5.6 kommen sichtbare Strukturen ins Spiel -

und selbst diese sind unaufdringlich und weich.

Bei trübem Wetter wie hier ist das Konica eine echte "Crème-Maschine" - 

anders sieht dies bei viel Sonne und vielen Lichtpunkten aus.

 

Auch mein anderes oft genutztes Bokeh-Testmotiv habe ich für euch:

 

 

Across all f-stops, the background blur remains soft and "creamy",

visible structures only come into play at f4 and f5.6 -

and even these are unassuming and soft.

When the weather is cloudy like here, the Konica is a real "cream machine" - 

This is different when there is a lot of sun and many points of light.

 

I also have my other frequently used bokeh test motif for you:

 

 

 

Hier sieht man direkt eine grundsätzliche Abbildungseigenschaft:

Die mechanische Vignettierung scheint stark zu sein, denn bereits weit in der Bildmitte ist die Neigung zu Catseyes unübersehbar.

 

Here you can see a basic mapping property:

The mechanical vignetting seems to be strong, because the tendency towards catseyes is already obvious in the middle of the picture.

 

 

Rendering im Nahbereich / Close-Focus Rendering

Im Nahbereich kann man mit dem Konica sehr verträumte Bilder erstellen. 

Interessant ist vor allem, dass Konica im Gegensatz zur zeitgenössischen Konkurrenz, mit dem 57mm f1.2 eine Naheinstellgrenze von nur 45cm ermöglicht hat - das Minolta 58mm f1.2 und das Canon 58mm f1.2 boten hier nur 60cm.

Die Schärfe am Fokuspunkt ist dabei auf kurze Distanz "duftig" und stark von der sphärischen Aberration überlagert, kombiniert dies aber mit sehr weicher, smoother Hintergrunddarstellung. Es gibt meist nur ganz wenig Outlining, dafür sichtbare Katzenaugen und Swirl zu den Bildecken hin:

 

At close range, you can create very dreamy images with the Konica. 

It is particularly interesting that Konica, in contrast to the contemporary competition, with the 57mm f1.2, allowed a close-up limit of only 45cm - the Minolta 58mm f1.2 and the Canon 58mm f1.2 only offered 60cm here.

The sharpness at the focus point is "fragrant" at short distances and is heavily overlaid by spherical aberration, but combines this with a very soft, smooth background display. There is usually very little outlining, but there are visible cat eyes and swirls towards the corners of the picture:

 

 

 

Wenn man zur Adaption des Objektives einen Helicoid-Adapter verwendet,

kann man die normale Naheinstellgrenze des Objektives weiter herabsetzen und kommt noch näher heran ans Motiv.

Dies macht beim Konica aber nur begrenzt Sinn, denn es verliert dann deutlich sichtbar noch mehr an Schärfe und wird noch weicher am Fokuspunkt.

 

Die folgenden 3 Bilder  mit immer größer werdender Erweiterung des Nahbereiches zeigen dies gut:

 

 

If you use a helicoid adapter to adapt the lens,

you can further reduce the normal close-up limit of the lens and get even closer to the subject.

However, this only makes limited sense with the Konica, because it then clearly loses even more sharpness and becomes even softer at the focus point.

 

The following 3 pictures with an ever-increasing expansion of the close-up range show this well:

 

 

 

Hier noch einige weitere Beispiele mit zusätzlichem Auszug des Helicoid-Adapters:

 

Here are a few more examples with an additional excerpt of the helicoid adapter:

 

Rendering auf mittlere und weitere Distanz / mid- and far-distance rendering

Auf mittlere und weitere Distanz ist das Rendering das Konica 57mm f1.2 nicht mehr ganz so cremig und weich. Reststrukturen werden prominenter und die mächtige Vignette bei Offenblende ist unübersehbar.

 

Ich habe eine 3er-Reihe bei f1.2, f2.8 und f5.6 vom gleichen Motiv für euch angefertigt:

 

 

At medium and longer distances, the rendering of the Konica 57mm f1.2 is no longer quite as creamy and soft. Residual structures become more prominent and the powerful vignette at full aperture is unmistakable.

 

I made a row of 3 at f1.2, f2.8 and f5.6 of the same motif for you:

 

 

 

Vor allem bei Offenblende und viel Sonne/Licht hat man viel Outlining - und auch das Vordergrundbokeh ist nicht das Weichste.

 

Especially with an open aperture and a lot of sun/light you have a lot of outlining - and the foreground bokeh isn't the softest either.

 

 

Aber trotz dieser Schwächen kann das Konica auch auf mittlere und weite Distanz manchmal "zaubern", wenn die Bedingungen passen:

 

But despite these weaknesses, the Konica can sometimes "magic" at medium and long distances if the conditions are right:

 

Vergleich: analog vs. digital / Comparison: analogue vs. digital

Ute Kopka hat sich die große Arbeit gemacht, und viele Motive zum Vergleich sowohl analog auf Schwarz-Weiß-Film als auch digital aufgenommen.

Ihr seht also jeweils links das Bild auf Agfa APX 100-Schwarz-Weiß-Film und rechts daneben das digitale Pendant mit der Fuji XT-4.

Es ergeben sich aufgrund des Crop-Faktors der Fuji von 1,5 leicht unterschiedliche Bildwinkel.

 

Ute Kopka has done a great job and recorded many motifs for comparison both analogue on black-and-white film and digitally.

So you can see the image on Agfa APX 100 black and white film on the left and the digital counterpart with the Fuji XT-4 on the right.

Due to the Fuji's crop factor of 1.5, there are slightly different angles of view.

 

 

Es ist in meinen Augen erstaunlich, wie schön das Objektiv auf Film abbildet und wieviel seines Charmes es auch ins digitale Aufnahmemedium transferieren kann.

 

In my opinion, it is amazing how beautifully the lens records images on film and how much of its charm it can also transfer to the digital recording medium.

 

Bildserie: Ins Obertal zur Bärlauchzeit / Picture series: Into the "Obertal" at wild garlic season

Im April, wenn Bärlauch-Saison ist, zieht es mich immer ins sogenannte Obertal. 

Denn dort sind ganze Hänge von der Pflanze bewachsen, was nicht nur wunderschön aussieht - man riecht das auch schon auf große Entfernung...

Wie man sich vorstellen kann, ist Licht in solch dunklen Tälern Mangelware - also Bedingungen, die wie geschaffen sind für das Konica Hexanon 57mm f1.2.

 

In April, when it's wild garlic season, I'm always drawn to the so-called Obertal. 

Because whole slopes are overgrown by the plant, which not only looks beautiful - you can also smell it from a great distance...

As you can imagine, light is scarce in such dark valleys - conditions that are perfect for the Konica Hexanon 57mm f1.2.

 

 

 

Verzeichnung / Distortion

Das Konica Hexanon 57mm f1.2 zeigt einen sehr geringen Grad an uniformer, tonnenförmiger Verzeichnung.

Falls nötig, wäre diese in der Bildbearbeitung rückstandsfrei zu entfernen.

 

The Konica Hexanon 57mm f1.2 shows a very low level of uniform barrel distortion.

If necessary, this could be removed without leaving any residue in the image processing.

 

 

Bildserie von Ute Kopka: Frühlingserwachen / Picture Series by Ute Kopka: Spring Awakening

Ute Kopka hat mir eine Serie aus dem Frühjahr zur Verfügung gestellt, wenn die Blüte im Garten ihren Höhepunkt hat. Auch hier war das Konica an der Fuji XT-4 im Einsatz, bei einigen Bildern zusätzlich mit Zwischenring.

Die Duftigkeit und Leichtigkeit, mit der das Konica solche Szenen malt, beeindruckt mich immer wieder. 

 

Ute Kopka made a series available to me from spring, when the flowers in the garden are at their peak. Here, too, the Konica was used on the Fuji XT-4, with some images also with an extension ring.

The fragrance and lightness with which the Konica paints such scenes never fails to impress me. 

 

Farbfehler / Chromatic Aberrations

Dies ist einer der Schwachpunkte des Objektives.

Neben den im Schärfekapitel bereits angesprochenen sehr leichten lateralen chromatischen Aberrationen in den Randbereichen, die auch leicht entfernbar sind,

zeigt das Konica deutliche longitudinale chromatische Aberrationen (LoCa) in Form von magentafarbenen und grünen Farbsäumen vor und hinter der Schärfeebene.

 

Hier das übliche Chromösenbild mit den jeweiligen Vergrößerungen von vor und hinter der Schärfeebene:

 

This is one of the weak points of the lens.

In addition to the very light lateral chromatic aberrations in the edge areas already mentioned in the chapter on sharpness, which can also be easily removed,

the Konica shows clear longitudinal chromatic aberrations (LoCa) in the form of magenta and green color fringes in front of and behind the focal plane.

 

Here is the usual chromoose picture with the respective magnifications from in front of and behind the focal plane:

 

 

 

 

Hier sieht man die Problematik noch einmal sehr deutlich in einem Bild:

 

Here you can see the problem again very clearly in a picture:

 

 

Leider können die LoCas auch ein sonst sehr gelungenes Portrait beeinträchtigen, wie man bei folgendem Bild von Ute Kopka sieht: An der Brille im Sonnenlicht vor der Schärfeebene findet man deutliche lila Spuren.

 

Unfortunately, the LoCas can also impair an otherwise very successful portrait, as can be seen in the following picture by Ute Kopka: Clear purple traces can be found on the glasses in the sunlight in front of the focal plane.

 

 

Und auch auf Purple-Fringing in der Schärfeebene kann man gelegentlich (wie hier am unteren Rand des Blattes) treffen:

 

And you can occasionally encounter purple fringing in the focus level (like here at the bottom edge of the sheet):

 

 

Insgesamt also eine durchwachsene Leistung in dieser Disziplin, 

die es sich jedoch mit den anderen zeitgenössischen (und teilweise auch aktuellen) f1.2-Lichtriesen der anderen Hersteller teilt. Beim Konica wird sogar ein Teil der Farbfehler bei Offenblende noch etwas von der sphärischen Aberration "überdeckt".

 

All in all, a mixed performance in this discipline, 

which it shares with the other contemporary (and sometimes current) f1.2 light giants from other manufacturers. With the Konica, some of the chromatic aberrations are even "covered" a little by spherical aberration when the aperture is wide open.

 

 

Bildserie: Ein Besuch bei den Bienen und der Sonne entgegen / Picture Series: Visiting bees and "into the sun"

Ein schöner, warmer Juniabend führte uns zum örtlichen Bienenstand im Wald und danach noch etwas "der Abendsonne entgegen". Bei solchen Lichtbedingungen kann das Konica in meinen Augen wirklich "zaubern" und begeistert mich. So ein schönes Rendering - nicht nur alles weich zugelaufen, sondern immer mit Charakter ohne "zuzudecken".

 

A beautiful, warm June evening took us to the local apiary in the forest and then something "towards the evening sun". In such light conditions, the Konica can really "magic" in my eyes and inspires me. Such a beautiful rendering - not only is everything soft, but always with character without "covering up".

 

 

Verhalten im Gegenlicht / Flares and Ghosts

Die beiden letzten Bilder der vorhergehenden Serie leiten quasi nahtlos in dieses Kapitel über.

 

Denn das Konica Hexanon 57mm f1.2 ist ein gegenlichtempfindliches Objektiv.

 

Man muss bei der Komposition der Bilder immer ein Auge auf Flares habe, sobald die Sonne im oder in der Nähe des Bildfeldes ist.

Wie so oft kann man durch geringe Kompositionsänderungen aber aktiv Einfluss auf die Flares und Ghosts nehmen - hierfür eine beispielhafte Serie von 3 Bildern mit minimalen Veränderungen, die jedoch großen Einfluss auf die Flares haben:

 

 

The last two pictures of the previous series lead almost seamlessly into this chapter.

 

Because the Konica Hexanon 57mm f1.2 is a backlight-sensitive lens.

 

One must always keep an eye on flares when composing the images as soon as the sun is in or near the frame.

As is so often the case, you can actively influence the flares and ghosts by making minor changes to the composition - here is an exemplary series of 3 images with minimal changes, which, however, have a major impact on the flares:

 

 

 

Auch hier verändert sich durch minimales Verschwenken sehr viel zum Guten  (wenn man kein Fan von Flares ist):

 

Here, too, a lot changes for the better with minimal panning (if you are not a fan of flares):

 

 

Diese Flares sind ja immer ein sehr subjektives Thema. Ich mag es gerne, damit zu spielen.

Dazu müssen die Flares aber "schön" sein - und das sind die Flares des Konica in meinen Augen - ich mag sie sehr, sowohl was "Form" als auch "Farbe" angeht:

 

These flares are always a very subjective topic. I like playing with it.

But for that the flares have to be "nice" - and that's what the Konica's flares are in my eyes - I like them a lot, both in terms of "shape" and "color":

 

 

Mein Fazit / Conclusion

Die Bewertung eines hochlichtstarken Objektives, dessen Konstruktion  mittlerweile über 55 Jahre alt ist, ist immer schwierig.

 

Zur Entstehungszeit mussten einfach Kompromisse in der optischen Korrektur eingegangen werden (und dabei gleichzeitig Aspekte, die heute weniger wichtig sind wie Verzeichnung und Korrektur auf laterale CAs, stärker beachtet werden).

Alleine das Linsenschema mit den 7 Elementen in 6 Gruppen (was damals äußerst modern war - üblich waren zu dieser Zeit 7 Elemente in 5 Gruppen) ist im Vergleich zu den heute verbauten "ein Witz" (z.B. wartet das Sigma Art 35mm f1.2 mit 17 Elementen in 12 Gruppen auf).

Aber ein Objektiv ist ja mehr als seine Einzellinsen - und neben vielen objektiven Stärken (aber auch Schwächen) hat das Konica Hexanon AR 57mm f1.2 einfach subjektiv viel Besonderes zu bieten.

 

Aber fangen wir mal mit den objektiv greifbaren Kriterien an:

Die Bildschärfe auf weite Distanz  ist im Zentrum bei Offenblende ordentlich mit Glow, ab f2.8 hervorragend.

Für sehr gute Schärfe bis in die Ecken muss man auf f5.6 abblenden, bei f11 ist es über die komplette Diagonale hervorragend.

Die Vignette ist bei Offenblende sehr stark und erst bei f5.6 verschwunden.

Die Verzeichnung ist nur leicht und uniform, sie stellt kein Problem dar.

Im Kapitel Farbfehler haben wir einen "mixed bag": die lateralen CA's sind nur sehr mild vorhanden und mit einem Klick in der Bildbearbeitung entfernt. Die longitudinalen CA's sind deutlich bei Offenblende und auch erst bei f4 verschwunden - dies ist allerdings für hochlichtstarke Objektive dieser Zeit normal.

Im Gegenlicht muss man mit dem Konica aufpassen, hier ist es empfindlich und man fängt sich gerne Flares ein.

 

Subjektiv gibt es aber viel mehr zu diesem Objektiv zu erzählen:

Die Schärfe ist auf Portraitdistanzen immer "scharf genug", und auch besser als gegen unendlich.

Das Objektiv kann wunderschöne Hintergründe "malen", wenn die Bedingungen passen - und dies ist häufig der Fall. Deshalb setze ich es sehr oft und sehr gerne "für die besonderen Portraits" ein.

Auch träumerische Pseudo-"Makros" gefallen mir sehr gut und ich finde die Flares wirklich schick.

 

Ein hochlichtstarkes Altglas mit dem "besonderen Etwas" - und das ist hier mehr als eine Floskel.

 

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei Ute Kopka bedanken, dass sie mir so viele tolle Fotos für diesen Test zur Verfügung gestellt hat. Diese bereichern die Vorstellung ungemein, vor allem die analogen Filmfotos und der Vergleich bereiten viel Arbeit - danke dass du deine Zeit dafür investiert hast! 

 

 

Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare und Meinungen zu Test und Objektiv - schreibt mir gerne unterhalb der nun folgenden abschließenden Bildergalerie!

 

 

It is always difficult to evaluate a high-speed lens whose construction is now more than 55 years old.

 

At the time of its creation, compromises had to be made in the optical correction (and at the same time aspects that are less important today, such as distortion and correction for lateral CAs, had to be given more attention).

The lens scheme alone with the 7 elements in 6 groups (which was extremely modern at the time - 7 elements in 5 groups were common at that time) is "a joke" compared to the ones installed today (e.g. the Sigma Art 35mm f1.2 is waiting too 17 elements in 12 groups).

But a lens is more than its individual lens elements - and in addition to many objective strengths (but also weaknesses), the Konica Hexanon AR 57mm f1.2 subjectively has a lot to offer.

 

But let's start with the objectively tangible criteria:

The image sharpness at long distances is decent in the center with an open aperture with glow, from f2.8 it is excellent.

For very good sharpness right into the corners you have to stop down to f5.6, at f11 it is excellent over the entire diagonal.

The vignette is very strong with an open aperture and only disappears completely at f5.6.

The distortion is only slight and uniform, it is not a problem.

In the chapter color errors we have a "mixed bag": the lateral CA's are only very mild and can be removed with one click in the image processing. The longitudinal CA's have clearly disappeared with an open aperture and also only at f4 - this is normal for high-speed lenses of this time.

You have to be careful with the Konica in backlight, it is sensitive here and you can easily catch flares.

 

Subjectively, however, there is much more to tell about this lens:

The sharpness is always "sharp enough" at portrait distances, and also better than towards infinity.

The lens can "paint" beautiful backgrounds when conditions are right - and it often does. That's why I use it very often and very much "for the special portraits".

I also really like dreamy pseudo "macros" and I find the flares really chic.

 

A high-brightness old glass with that "special something" - and that's more than just an empty phrase here.

 

At this point I would like to thank Ute Kopka again for providing me with so many great photos for this test. These enrich the review immensely, especially the analog film photos and the comparison were a lot of work - thank you for investing your time! 

 

 

As always, I look forward to your comments and opinions on the test and the lens - please write to me below the final picture gallery that follows!

 

 

 

Diese Tests von Objektiven mit vergleichbarer Brennweite könnten auch interessant sein:

 

These tests of lenses with comparable focal length might also be interesting:

 

 

Canon FD 55mm f1.2 Aspherical

Carl Zeiss Ultron 50mm f1.8

Carl Zeiss Jena Prakticar 50mm f1.4 (Version 1)

Kowa SER 50mm f2

E. Ludwig Meritar 50mm f2.9

- Olympus OM Zuiko Auto-Macro 50mm f2

Pentacon Prakticar 50mm f2.4

Miyako 50mm f1.7

Porst Color Reflex X-M 50mm f1.2 UMC (aka Fuji X-Fujinon 50mm f1.2 GMC)

Schacht/Ulm S-Travelon 50mm f1.8

Schneider-Kreuznach Rollei-SL Xenon 50mm f1.8

Tokyo Kogaku RE Auto-Topcor 58mm f1.4

 

Weitere Objektivtests aus dem Konica AR-System:

 

Reviews  of other  lenses of the Konica AR-System:

 

Konica Hexanon AR 35mm f2

Konica Hexanon AR 100mm f2.8

- Konica Hexanon AR 135mm f2.5

 

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Kommentare: 5
  • #1

    CanRoda (Samstag, 26 August 2023 11:56)

    Da hast du wieder mal das Objektiv optisch bis ins kleinste "zerlegt" und deine Analyse charakterisiert es perfekt.
    Erstaunt hat mich die Schärfe nicht nur im Zentrum und die sehr geringe Verzeichnung. Mein Sigma ART 40 mm vignetiert bei offener Blende 1,4 in den Bildecken vergleichbar nur die Schärfe ist besser und die Abdunkelung verschwindet schon bei 1,8. Nachdem die Verfärbung des Glases wohl dessen grundsätzliche Charakteristik nicht verändert und du das Objektiv digital verwendest würde ich eine UV Kur allein wegen der höheren Lichtdurchlässigkeit nicht vornehmen. Irgendwie erinnert mich das an KR 3 Skylightfilter, welche man früher meinte bei Sonne verwenden zu müssen.
    Somit mein Dank für die wieder mal spannende Vorstellung des Konica 57 mm 1,2 I.
    VG Ulrich

  • #2

    Andre (Samstag, 26 August 2023 23:10)

    WOW - danke Dir für diese ausführlichen Vorstellung des "Könchens". Irre, was Du Dir für eine Mühe gegeben hast. Ich habe jetzt eine wirklich deutliche Vorstellung davon, was diese Linse kann (und was man wissen muss). DANKE! :-)

    Und ganz tolle Bilder dabei - aus der Serie "Ins Obertal zur Bärlauchzeit" - das 3. letzte - das mit dem Gegenlicht, ist mein Favorit. Ich liebe diesen Oldschool Look. :-)

    Liebe Grüße,
    André

  • #3

    Volker (Montag, 04 März 2024 11:15)

    Danke für die viele Arbeit die Du Dir gemacht hast, echt eine schöne Beschreibung eines wunderbaren Objektives. Die Bilder zeigen den schönen Charakter der Optik.
    Beste Grüße
    Volker

  • #4

    Craig Schroeder (Montag, 18 März 2024 04:58)

    I have owned this lens for 40+ years and agree with your conclusions. I seemed to get better results with the ƒ1.2 vs the ƒ1.4 and ƒ1.7's that I wrote off to the brighter finder and easier, accurate focusing of the shallower depth of field. Thank you for the exhaustive review procedures!

  • #5

    Nikolaus Burgard (Autor) (Mittwoch, 27 März 2024 08:09)

    Thank you for your nice words, Craig!
    I am happy that your experience matches my results.
    I like the 57mm f1.2 very much.